Angst vor dem Sterben? Angst vor dem Tod?
Ein Forum für Medizin, Pflege und professionelle Begleitung
Existenzielle Angst am Lebensende lässt sich weder wegtherapieren noch medizinisch lösen. Sie gehört zur menschlichen Erfahrung des Sterbens und stellt Fachpersonen immer wieder vor die Frage, wie echte Begleitung jenseits von Leitlinien und Machbarkeitslogiken aussehen kann.
Genau hier setzt das Forum von palliative bern an. Am 4. März 2027 bringen wir im Hotel Bern Fachpersonen aus Medizin, Pflege, Psychologie, Seelsorge und Philosophie zusammen, für einen Tag, der nicht Antworten verteilt, sondern Raum schafft: für Reflexion, für Austausch, für das, was im klinischen Alltag oft zu kurz kommt.
Renommierte Referentinnen und Referenten beleuchten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln: medizinisch, psychiatrisch, philosophisch und gesellschaftlich. Ergänzt wird das Programm durch moderierte Reflexionen und ein abschliessendes Podiumsgespräch, das die Perspektiven des Tages zusammenführt.
Das Forum richtet sich an alle, die Menschen am Lebensende begleiten: Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachpersonen, Psychologinnen und Psychologen, Seelsorgende, Therapeutinnen und Therapeuten und alle, die sich fragen, wie sie mit existenzieller Angst - der eigenen und der ihrer Patientinnen und Patienten – umgehen können.
Die Teilnahme wird mit 3 Credits AIM und 3 Credits palliative.ch anerkannt.
Ort
Hotel Bern, Zeughausgasse 9, 3011 Bern
Kosten
CHF 265.– regulär
CHF 245.– Mitglieder palliative bern
CHF 165.– Studierende / in Ausbildung
Melden Sie sich jetzt an und nehmen Sie sich diesen Tag für das, worüber im Berufsalltag selten genug gesprochen wird.
Ansprechpersonen
Cathy Frischknecht
ist diplomierte Pflegefachfrau HF und stellvertretende Stationsleiterin in der Pflegewohngruppe Weitblick futura24 in Winterthur. Als Verantwortliche für Palliative Care begleitet sie Menschen ganzheitlich im Sinne von Spiritual Care – mit einem besonderen Fokus auf Sinnfragen, innere Ressourcen und achtsame Präsenz.
Ihre Arbeit verbindet Pflege mit körper- und klangorientierten Ansätzen wie Wassermassage und Körpertherapie. So schafft sie Räume, in denen Menschen zur Ruhe kommen und sich auf körperlicher, emotionaler und spiritueller Ebene getragen fühlen.
Martin Frischknecht
ist Journalist und Herausgeber des Magazins SPUREN, das sich seit vielen Jahren mit Bewusstsein, Spiritualität und Sinnfragen im Leben beschäftigt. Als Mitgründer der WOZ prägte er zuvor den unabhängigen Schweizer Journalismus mit.
Heute liegt sein Fokus auf Themen rund um innere Entwicklung, Spiritualität und gesellschaftliche Bewusstseinsprozesse.
Claudia Zürcher-Künzi
ist Geschäftsleiterin von palliative bern und engagiert sich für eine zeitgemässe Palliative Care, die medizinische Versorgung, psychosoziale Begleitung und gesellschaftliche Sensibilisierung verbindet. Ein zentrales Anliegen ihrer Arbeit ist es, den Themen Sterben, Tod und Trauer mehr Offenheit in der Gesellschaft zu geben und eine gemeinsame Sprache dafür zu fördern. Mit langjähriger Führungserfahrung in Hotellerie und Kultur bringt sie ein tiefes Verständnis für Menschen, Gemeinschaft und die Kraft von Begegnungen mit. Sie initiiert und begleitet Projekte an der Schnittstelle von Praxis, Bildung und Politik. Als Mitgestalterin der Bewegung endlich.menschlich. – die aus Bern heraus nun nationale Strahlkraft entwickelt – setzt sie sich dafür ein, dass das Lebensende als Teil des Lebens gesellschaftlich sichtbar und gemeinsam getragen wird.
RednerInnen
Prof. Dr. med. Steffen Eychmüller
ist seit mehr als 20 Jahren als Palliativmediziner tätig. Als Facharzt für Innere Medizin, Psychosomatik und Psychotherapie lernte er bei mehreren Aufenthalten in Australien, wie man eine regionale Palliative Care sowie ein akademisches Zentrum in diesem Bereich führt. Von 1999 bis 2011 leitete er das Zentrum für Palliative Care am Kantonsspital St. Gallen und baute ab 2012 das Universitäre Zentrum für Palliative Care am Universitätsspital Bern auf, 2016 übernahm er die erste Professur für Palliativmedizin an der Universität Bern. Inspiriert durch eine Zusammenarbeit mit Kerala, Indien, begann er 2008 in der Ostschweiz mit dem Aufbau von compassionate communities, gefolgt von der compassionate city Bern, der Schweizer Hauptstadt, im Jahr 2020
Dr. phil. Dr. theol. Monika Renz
geb. 1961, studierte Pädagogische Psychologie, Psychopathologie und Musikethnologie an der Universität Zürich und promovierte in Psychopathologie. Nach frühen Berufsjahren mit Kindern wandte sie sich der Begleitung von Krebskranken und deren Angehörigen zu. Als bereits tätige Musiktherapeutin und Psychoonkologin am Kantonsspital St. Gallen absolvierte sie ein Zweitstudium in Theologie.
Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen das Verstehen von Angst, Sterbeprozesse, spirituelle Erfahrungen und ihre Wirkungen sowie Versöhnung, Vergebung und Compassionate Presence.
Heute ist Monika Renz pensioniert – und arbeitet weiterhin Teilzeit mit Patientinnen, Patienten und Angehörigen am Hoch Health Ostschweiz (Kantonsspital St. Gallen), oft in Begleitung ihres Therapiehundes. Sie ist Autorin mehrerer Buchpublikationen und international als Referentin tätig.
Dr. med. Sivan Schipper
ist Leitender Arzt für Innere Medizin und Leiter Palliative Care am Spital Uster. Seit 2017 baut er dort den Bereich Palliative Care kontinuierlich aus und prägt die spezialisierte Versorgung schwerkranker Patientinnen und Patienten in der Region.
Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Palliativmedizin sowie in der Schmerztherapie. Ein besonderer Fokus seiner Arbeit ist die Weiterentwicklung innovativer Therapieansätze, unter anderem im Bereich der psychedelika-assistierten Therapie in und ausserhalb der Palliative Care.
Sivan Schipper studierte Medizin an der Universität Zürich, promovierte dort und ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin mit Zusatzqualifikationen in Schmerzmedizin. Ergänzend erwarb er einen M.Sc. Palliative Care an der Albert Ludwigs Universität Freiburg im Breisgau.
Vor seiner Tätigkeit in der Schweiz war er in Tel Aviv künstlerisch aktiv: Er studierte Theaterregie und unterrichtete als Schauspielausbildner an der renommierten Schauspielschule "Beit Zvi".
Johanna Klug
ist Autorin, Journalistin, Sterbe- und Trauerbegleiterin. Nach langjähriger Erfahrung im Hospiz- und Palliativbereich in Deutschland und Südafrika engagiert sie sich weiterhin ehrenamtlich in der Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen und widmet sich allen Projekten rund um Sterben, Tod und Trauer.
Sie studierte Medienmanagement (BA) und Digitale Kommunikation (MA) und war zudem Studienkoordinatorin, sowie in der Lehre beim interdisziplinären Studiengang „Perimortale Wissenschaften“ an der Universität Regensburg tätig.
Neben der direkten Begleitung von Menschen in kritischen Lebensphasen bietet Johanna Workshops, Lesungen und Seminare und einen Podcast an, in denen sie einen einfühlsamen Zugang zu den großen Fragen von Leben, Tod und Trauer ermöglicht.
Johanna bildet sich fortlaufend weiter, derzeit unter anderem in einer NLP-Ausbildung sowie zur Gesundheitsberaterin. Ihr Ansatz basiert auf einer ganzheitlichen Begleitung, bei der sie verschiedene Methoden integriert, um Menschen bestmöglich zu unterstützen.
Dr. phil. Stefan Nadile
ist promovierter Sozialwissenschaftler und beruflich tätig im Innovationsmanagement und in der Organisationsentwicklung. In seiner Forschungsarbeit bewegte er sich an den Schnittstellen von Leben, Sterben und gesellschaftlichem Wandel. Seine Forschungsarbeit kreiste um die Frage, wie existenzielle Erfahrungen das Weltbild der betroffenen Menschen verändern und inwiefern gesellschaftliche Diskussionen darauf Einfluss haben können.
In seinem beruflichen Umfeld, als Organisationsberater, Coach und Forscher verbindet er stets analytische Schärfe mit menschlicher Tiefe und öffnet Räume für Themen, die oftmals vermieden werden: Angst vor Veränderungen, Konfrontation mit grundlegenden, existentiellen Fragen.
Mit einem Hintergrund in Organisationsentwicklung, Hochschul- und Projektarbeit begleitet er Menschen und Institutionen in Zeiten des Übergangs und in ihrer Weiterentwicklung und ihrer Professionalisierung. Aktuell arbeitet er als Innovationsmanager für die Bundespolizei Schweiz.
Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs
Psychiater und Philosoph, lehrt als Karl-Jaspers-Professor für philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Heidelberg. Er ist Leiter der Sektion Phänomenologische Psychopathologie und Psychotherapie an der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg. Er ist zudem Herausgeber der Zeitschrift Psychopathology und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Phänomenologische Anthropologie, Psychiatrie und Psychotherapie (DGAP). Seine Forschungsschwerpunkte sind die Phänomenologische Psychologie, Psychopathologie und Anthropologie, Theorien der Verkörperung und der Neurowissenschaften.
2023 wurde Thomas Fuchs der Erich-Fromm-Preis für Humanistische Psychologie verliehen.