Sind sie noch so gut wie letztes Jahr?
Seit über zwanzig Jahren fahren wir nach Putten in den Niederlanden. Nicht, weil es dort besonders viel zu sehen oder zu erleben gäbe. Im Gegenteil. Vielleicht fahren wir auch gerade deshalb immer wieder hin. Weil es dort ruhig ist, vertraut und herrlich unspektakulär. Der Ablauf ist jedes Jahr derselbe, obwohl wir ihn nie so abgesprochen haben. Ankommen, die Taschen ins Haus stellen und möglichst schnell wieder raus. Die Räder aus dem Schuppen holen, kurz die Luft prüfen – und los geht’s. Zum Strand Nulde, weiter zum Strand Horst und am Veluwemeer entlang. Nach all den Jahren kommt uns unterwegs so vieles vertraut vor. Irgendwann fahren wir nach Apeldoorn zum Einkaufen. Und dann ist da noch der Kaffee in Harderwijk. Dort bleiben wir einfach sitzen, länger, als wir es zu Hause wahrscheinlich je tun würden. Und natürlich die Kroketten… Die erste Aufgabe jedes Aufenthalts ist die Prüfung, ob sie bei «Hej Haas» noch so gut sind wie letztes Jahr. Und jedes Mal sind sie es. Wir nicken uns zu. Alles in Ordnung. Die Ferien haben begonnen. Man könnte das langweilig nennen. Immer dieselbe Strecke, dieselbe Frittenbude, dasselbe Café. Aber genau darin liegt wohl das Geschenk für uns: Wir müssen nichts entscheiden, nichts verpassen. Und weil wir es einfach wissen, wird der Kopf endlich still. Und dann passiert das Eigentliche. Während wir jedes Jahr denselben Weg fahren, sehen wir, was sich verändert hat. Die Tochter, die früher auf dem Gepäckträger sass und heute vorausfährt oder manchmal gar nicht mehr mitkommt und zu Hause «chillt». Wer dazugekommen ist. Wer fehlt. Das Immergleiche ist dann auch kein Stillstand. Es ist der Massstab, an dem wir merken, wie viel Leben inzwischen vergangen ist. Ich glaube, das ist der Grund, warum Rituale gerade dort so viel Kraft haben, wo es um Abschied geht. Sie machen nichts leichter, was schwer ist. Aber sie geben dem Schweren eine Form. Auch unsere Arbeit lebt davon. In diesem Newsletter finden Sie vier Anlässe, die genau das sein wollen: wiederkehrende Orte im Jahr. Ein Nachmittag zum Weiterdenken, eine Woche für die Öffentlichkeit, ein Tisch für den Feierabend, ein Tag für die grossen Fragen. Nichts davon ist spektakulär. Vieles davon will sich regelmässig wiederholen. Und genau darin liegt seine Wirkung. Ich freue mich, Sie an einem dieser Orte zu treffen.
Herzlich Claudia Zürcher-Künzi, Geschäftsleiterin palliative bern |  | | |
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Netzwerkveranstaltung Palliative Care
«Nahtstellen statt Bruchstellen – wie Grenzsituationen meistern?»
Es gibt Momente in der Begleitung, in denen alles auf die Übergänge ankommt: vom Spital nach Hause, von einer Zuständigkeit in die nächste, von der Kuration in die Palliation. Wo diese Übergänge gelingen, entstehen Nahtstellen. Wo sie misslingen, Bruchstellen und die spüren Betroffene und Angehörige zuerst.
Wer einander kennt, überbrückt schneller. Genau dafür ist dieser Nachmittag da. Donnerstag, 17. September 2026, 13.30–17.00 Uhr Diaconis, Panoramasaal, Schänzlistrasse 43, 3013 Bern
Infos & Anmeldung |
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«Voller Leben» – ab Oktober monatlich im Kino REX
Über Sterben, Tod und Trauer zu sprechen, fällt leichter, wenn zuerst jemand anders erzählt. Ein Film kann hierfür ein niederschwelliges Format sein. Von Oktober bis März zeigen palliative bern und endlich.menschlich.bern. in Kooperation mit dem Kino REX monatlich einen Film dazu und der Frage, wie wir mit Endlichkeit umgehen. Nach jeder Vorführung folgt ein moderiertes Gespräch mit Fachpersonen, Betroffenen und dem Publikum. Auch das ist ein Ritual, und zwar ein öffentliches: ein fester Samstagvormittag im Monat, an dem man gemeinsam einen Film schaut und ins Gespräch kommt. Sechs Mal von Oktober bis März. Der Auftakt am 24. Oktober fällt genau auf den Beginn der Woche «endlich. menschlich.» – ein guter Tag, um damit anzufangen. Lancierung: https://die-woche.endlich-menschlich.ch/bern/kinoreihe-voller-leben
Weitere Daten |
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endlich.menschlich. – Die Woche zum Leben mit dem Tod im Kanton Bern
Alle zwei Jahre soll das, worüber sonst geschwiegen wird, für ein paar Tage öffentlich werden: in Gesprächen, Führungen, Ausstellungen und Begegnungen an vielen Orten im Kanton Bern und in der Schweiz. endlich.menschlich. Auch das ist eine Form von Ritual, eine gesellschaftliche. Ein wiederkehrender Zeitraum, in dem Endlichkeit einen Platz im Alltag bekommt, ohne dass ein Notfall dazu zwingt. Wer einmal darüber gesprochen hat, spricht beim nächsten Mal leichter. 24. Oktober bis 1. November 2026
Programm und Mitwirkung |
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Stammtisch Palliative Care Kanton Bern
Nach einem intensiven Arbeitstag noch etwas Fachliches? Nein. Dieser Tisch ist genau dafür da, dass einmal nichts sein muss. palliative bern und die Interkonfessionelle Konferenz Kanton Bern (IKK) laden zu einem monatlichen Stammtisch ein: zusammensitzen, plaudern, einander kennenlernen, Erfahrungen teilen. Ohne Programm, ohne Verpflichtung, ohne Anmeldung. Ein kleiner, wiederkehrender Ort im Kalender und erfahrungsgemäss entsteht gerade dort das Netzwerk, das später im Ernstfall trägt. Erster Stammtisch: Dienstag, 3. November 2026 Danach jeweils am ersten Dienstag im Monat, 17.30–19.00 Uhr Cavallo Star, Bubenbergplatz 8, 3011 Bern Keine Anmeldung nötig, einfach vorbeikommen. Zum Auftakt im November übernehmen wir die Getränke. Weitere Infos |
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Forum 2027: «Angst vor dem Sterben? Angst vor dem Tod?»
Die Angst vor dem Sterben begegnet uns immer wieder – bei Patient:innen, bei Angehörigen und auch bei uns selbst. Fachlich sind wir gut gerüstet. Und trotzdem bleiben existenzielle Ängste schwer fassbar: Sie lassen sich nicht durch eine Intervention beantworten. Sie wollen begleitet, ausgehalten, mitgetragen werden. Genau dafür nehmen wir uns einen ganzen Tag Zeit. Das Forum bringt vier Perspektiven zusammen: medizinische Erfahrung, psychologische und spirituelle Dimensionen, gesellschaftliche Deutungen und philosophische Reflexion. Es geht um die professionelle Haltung angesichts existenzieller Angst, um die Grenzen des Machbaren und um das, was trägt, wenn keine Aussicht auf Heilung mehr besteht. Mit Beiträgen von Prof. Dr. med. Steffen Eychmüller, Dr. phil. Dr. theol. Monika Renz, Dr. med. M.Sc. Sivan Schipper, Johanna Klug, Dr. phil. Stefan Nadile und Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Fuchs. Donnerstag, 4. März 2027 Hotel Bern, Zeughausgasse 9, 3011 Bern CHF 265.– regulär | CHF 245.– Mitglieder palliative bern | CHF 165.– Studierende / in Ausbildung (inkl. Verpflegung) 3 Credits AIM / 3 Credits palliative.ch
Anmeldung & Programm |
Zum Schluss
Fünf Daten, die sich wiederholen werden. Vielleicht tragen Sie mindestens eines davon fest in den Kalender ein? Nicht, weil es dieses eine Mal so wichtig wäre, sondern weil es beim dritten, fünften, zehnten Mal etwas geworden ist, worauf man sich verlassen kann. Wir freuen uns auf viele bekannte und neue Gesichter.
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